Eine aktuelle, von Kevin Costner und Morgan Freeman produzierte Serie beleuchtet ein außergewöhnliches Stück Spionagegeschichte: ein von einer Frau geleiteter Spionagering im Amerikanischen Bürgerkrieg (1861–1865). Wir werfen einen Blick auf die historischen Hintergründe der Serie.
Die erzählt die Geschichte eines geheimen Spionagenetzwerks aus Frauen, das entscheidend dazu beitrug, den Krieg zugunsten der Nordstaaten zu wenden. Im Zentrum der Handlung steht eine Gruppe von vier unterschiedlichen Frauen – darunter eine Südstaaten-Gesellschaftsdame, ihre Mutter, eine ehemals versklavte Mitstreiterin und eine Kurtisane. Sie sammeln Informationen im Herzen der Konföderation in Richmond, Virginia, direkt unter den Augen der konföderierten Führung und leiten diese an die Union der Nordstaaten weiter.
Seit Februar 2026 ist die 8-teilige Serie bei Amazon Prime in den USA abrufbar. Ein Datum für eine Veröffentlichung in Deutschland gibt es noch nicht. Die Hauptrollen übernehmen Mary-Louise Parker, Daisy Head, Amethyst Davis und Ben Vereen.
Die historische Basis für die Serie bietet vor allem das Leben der Elizabeth van Lew (1818– 1900). Sie war eine der erfolgreichsten Spioninnen der Union während des Amerikanischen Bürgerkriegs und leitete tatsächlich ein ausgeklügeltes Spionagenetzwerk in Richmond, der Hauptstadt der Konföderation. Der Spionagering wird daher auch als Richmond Underground bezeichnet.
Elisabeth van Lew nutzte dabei ihre privilegierte Stellung in der Richmonder Gesellschaft und band zahlreiche Bürger der Stadt in die Spionageaktivitäten ein. Ein wesentlicher Aspekt der Serie ist ebenfalls wahr: Es gelang ihr unter anderem, Mary Jane Richards, eine ehemalige Sklavin ihrer Familie, als Spionin im Hauptquartier der Konföderierten zu platzieren.

Da Elisabeth van Lew sehr umsichtig vorging, Geheimtinte nutzte und ein ausgefeiltes System aus Geheimverstecken beim Transport der Botschaften etablierte, blieben ihre Aktivitäten unentdeckt. So lieferte der Spionagering dem Oberbefehlshaber der Nordstaaten, General Ulysses S. Grant, entscheidende Details über Truppenbewegungen und Logistik der Konföderierten. Grant bezeichnete ihre Berichte später als die wertvollsten Informationen aus Richmond.
Auch wenn dies in der Serie nicht thematisiert wird: Die Konföderierten verfügten ebenfalls über bedeutende weibliche Spione. An erster Stelle wäre hier Rose O’Neal Greenhow zu nennen, zudem Belle Boyd – wobei sich Historiker uneins sind über deren tatsächliche Relevanz. Wie so oft liegen Wahrheit und Mythos in der Spionagewelt weit auseinander. Es wird sich zeigen, wie der neuen Serie dieser Spagat gelingt.
Autor: Florian Schimikowski
Veröffentlicht am: 27.02.2026