Rückblick: Das Leben des Siegfried Kath – Die Stasi in der DDR gegen einen Millionär

Wie wird man eigentlich Millionär in der DDR? Und welche Konsequenzen kann das Ganze nach sich ziehen? Der wissenschaftliche Leiter des Deutschen Spionagemuseums, Dr. Christopher Nehring, hat sich in seiner jüngsten Publikation „Millionär in der DDR. Die deutsch-deutsche Geschichte des Kunstmillionärs Siegfried Kath“ mit einem solchen Fall auseinandergesetzt.

Das Buch erzählt die unglaubliche Geschichte eines gelernten Bergmanns aus Niedersachsen, der sich – ausgerechnet im Sozialismus – als Unternehmer betätigte und im Kunst- und Antiquitätenhandel zum Millionär wurde. Nehring liefert einen tiefen Einblick in Aufstieg und Fall eines außergewöhnlichen Menschen der deutsch-deutschen Geschichte, denn Siegfried Kath blieb nicht von Rückschlägen verschont. Am 8. Mai 2018 fanden sich zu einer Buchpräsentation der Autor, Siegfried Kaths Witwe Annelies sowie der Welt-Redakteur und souveräne Moderator des Abends Sven-Felix Kellerhoff ein. Trotz der sommerlichen Temperaturen war die Veranstaltung gut besucht und die Gäste erfuhren mehr aus dem Leben des Mannes, der wegen seiner Geschäfte schlussendlich auch ins Visier der Staatssicherheit der DDR geriet.

Die unheilige Allianz mit dem Devisenimperium Alexander Schalck-Golodkowskis brachte ihn zu seinem Reichtum, sie war jedoch auch die mächtige Verbindung, die seine Geschäfte schützte. Ohne den Rückhalt der „KoKo“ (Kommerzielle Koordinierung) begann die Stasi gegen Kath zu ermitteln und er wurde verhaftet. Beweise für die ihm vorgeworfenen wurden nicht gefunden. Trotz allem wurde der Geschäftsmann in den Westen abgeschoben – irgendwas musste an den Vorwürfen ja dran sein.

Der Versuch im Westen wieder Fuß zu fassen war gerade von etwas Erfolg gekrönt, als ein schwerer Schicksalsschlag Kath für die Zeit bis an sein Lebensende prägen sollte. Das Buch ist ab sofort im Handel und in unserem Museumsshop erhältlich. Mehr Informationen gibt es auch beim Verlag.

 

Die nächste Veranstaltung im Deutschen Spionagemuseum am 17. Mai 2018 beschäftigt sich mit der Geschichte des Hackers Adrian Janotta, der im Gefängnis landete und nun als IT-Sicherheitsexperte arbeitet.