Nachruf auf den meisten James Bond – Zum Tod von Roger Moore

Roger Moore hat die Figur des berühmtesten Agenten der Welt nicht nur am häufigsten verkörpert, für viele Fans ist er bis heute auch der Beste aller Bond-Darsteller. Von 1973 bis 1985 schlüpfte der Brite sieben Mal in die Rolle von Agent 007. Moore verknüpfte seinen stets elegant gekleideten Bond mit dem typischen trockenen britischen Humor und verschaffte der Persönlichkeit des Agenten seiner Majestät dadurch eine ganz eigene Note. Nach kurzer Krankheit ist Roger Moore am 22. Mai 2017 im Alter von 89 Jahren verstorben. Grund genug für uns, einen Blick auf die Höhepunkte „seiner“ James-Bond-Filme zu werfen. Immerhin finden sich im Bond-Bereich des Deutschen Spionagemuseums auch einige Requisiten aus der Ära des Roger Moore.

Unvergessen sind die Duelle mit seinen Gegnern, die manchmal zu ähnlichen Ikonen wurden wie Bond selbst: 1974 musste sich Roger Moore in „Der Mann mit dem goldenen Colt“ gegen Christopher Lee alias Meisterschütze Scaramanga behaupten. In diesem Film hatte es James Bond also interessanterweise mit der Familie seines Erfinders zu tun, denn Lee war ein entfernter Cousin von Bond-Autor Ian Flemming. Einer seiner berühmtesten Gegner machte Roger Moore gleich zweimal – 1977 in „Der Spion, der mich liebte“ und 1979 in „Moonraker“ – zu schaffen: der Beißer. Wie gewaltig der von Richard Kiel verkörperte Bösewicht mit dem Eisengebiss tatsächlich war, zeigt sich, wenn man in unserer Requisiten-Abteilung vor der Original-Kleidung des Beißers steht. Kiel brachte es auf stattliche 2,17 Meter Körpergröße bei einer Schuhgröße von 56.

Für Berliner ist vor allem „Octopussy“ (1983) von besonderer Bedeutung. Mitten im Kalten Krieg verlegte der Film große Teile der Handlung in das geteilte Deutschland. Während die in der DDR in Karl-Marx-Stadt (Chemnitz) verorteten Episoden in England produziert wurden, spielen die Berliner Szenen tatsächlich in der Hauptstadt der Spione. Gedreht wurde am Checkpoint Charlie, am Kurfürstendamm und an der AVUS (ein Teilstück der A 115). Bei den Rennszenen auf der AVUS war Roger Moore selbst nicht dabei, sondern wurde von einem Stuntman gedoubelt. Während man heute die Gesichter der Stuntmen am Computer nachbearbeiten kann, mussten damals Masken der Schauspieler anhand von Abgüssen erstellt werden. Die entsprechenden Lebendmasken sowohl von Roger Moore als auch die seines Vorgängers Sean Connery befinden sich ebenfalls in der Ausstellung des Deutschen Spionagemuseums.

Und falls Roger Moore-Fans dann immer noch nicht gesättigt sind an Objekten aus dieser speziellen 007-Epoche: Im Museum ist auch das berühmte rote Telefon zu sehen, das auf dem Schreibtisch von „M“, dem Leiter des MI6, stand. Dieses Requisit kam gleich in drei bereits erwähnten Bond-Filmen mit Moore zum Einsatz: „Der Spion der mich liebte“, „Moonraker“ und „Octopussy“. Gebraucht hat Roger Moore diese vermeintliche Not-Leitung nie, er war stets alleine in der Lage, seinen Auftrag zu erfüllen und die Welt vor immer neuen Superschurken zu bewahren.

 

Bilder:
Foto 1: By Allan Warren (Own work) [CC BY-SA 3.0 (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0)]
Foto 2+3: Deutsches Spionagemuseum