Serientipp: Pine Gap – Spionageserie aus dem australischen Outback

Die sechstteilige Mini-Serie Pine Gap ist bereits seit 2018 auf Netflix verfügbar und dennoch haben wir festgestellt, dass selbst erwiesene Fans von Spionagethrillern diese Spionageserie noch nicht kennen. Dabei bietet sie eigentlich alles, was das Genre an Dramatik hergibt: Internationale Spionageaktionen, weltpolitische Verschwörungen und zwischenmenschliche Abgründe. Zudem ist das Ganze nicht komplett frei erfunden, sondern inspiriert seine durch reale, aktuelle Geheimdienst-Arbeit.

Realer Hintergrund der Spionageserie

Der Handlungsort der Serie ist nicht fiktiv, die Spionagestation Pine Gap existiert tatsächlich. Sie liegt zentral im australischen Outback. Seit den späten 1960er-Jahren betreiben dort die USA und Australien zusammen eine Überwachungs- und Abhöranlage unter dem Namen Joint Defense Facility Pine Gap. Die Aufgabe der über 800 Mitarbeiter besteht vor allem in der Überwachung und Auswertung von Satelliten-, Funk- und Telekommunikation sowie der Weiterleitung der Informationen an die strategisch relevanten Stellen. Durch die isolierte Lage sind Spionageschiffe feindlicher Geheimdienste, die in internationalen Gewässern kreuzen, nicht in der Lage, das Signal der Station abzufangen.

Luftbild der Joint Defense Facility Pine Gap
[Skyring, CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons]

Der Aufbau der Anlage mit diversen Antennenanlagen und mehreren Radomen ähnelt dem von anderen Überwachungsanlagen, wie zum Beispiel der ehemaligen Field Station Berlin auf dem Berliner Teufelsberg. Und ebenso wie die Field Station Berlin ist auch die Joint Defense Facility Pine Gap Teil des globalen ECHELON-Überwachungsnetzwerks. Die Spionagestation ist für das Netzwerk von strategischer Bedeutung, da sie die Spionagesatelliten der USA kontrolliert, wenn diese ein Drittel der Erde überfliegen, darunter China, Teile Russlands und den Nahen Osten.

Fiktive Handlung von Pine Gap

Im Gegensatz zum Standort ist die Handlung der Serie rein fiktiv. Ein militärischer Zwischenfall führt zu internen Ermittlungen auf der Spionagestation, bei denen die Spannungen zwischen den dort tätigen Amerikanern und Australiern stetig zunehmen. Diese arbeiten nicht immer zusammen, sondern auch gerne mal gegeneinander. Wie problematisch die Lage ist, wird klar, als man ein durch ein Smartphone eingeschleustes Virus im System der Spionagestation entdeckt, welches nur von einem Insider dort platziert worden sein kann.

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Das Team muss sich mehreren Herausforderungen stellen: Den Maulwurf in den eigenen Reihen finden und gleichzeitig eine weltpolitische Verschwörung bekämpfen, die es auf eine kriegerische Eskalation abgesehen hat. Die Aufgaben werden dadurch erschwert, dass das Misstrauen unter den Teammitgliedern ständig zunimmt. Die angespannten Beziehungen auf der Anlage sorgen dafür, dass es auch auf internationaler Ebene zu diplomatischen Verstimmungen verbündeter Staaten kommt. Mehr wollen wir aber nicht verraten, um keine überraschenden Wendungen zu spoilern…

Ob es eine zweite Staffel von Pine Gap geben wird, steht noch nicht fest. Potenzial für weitere Spionagegeschichten wären allemal vorhanden. Denn ob am Ende der Serie wirklich alle Hintergründe zu den Vorgängen auf der Spionagestation endgültig aufgedeckt wurden, ist keineswegs sicher.