Rückblick: Von Pullach nach Berlin – eine Reise mit dem BND-Chef-Historiker

Wo nahm die Geschichte des Bundesnachrichtendienstes seinen Anfang? Pullach, Bonn oder Berlin? Alles falsch, die ersten Standorte lagen im hessischen Oberursel, dann in Wiesbaden. Erst dann zog die „Organisation Gehlen“, der Vorläufer des späteren Bundesnachrichtendienstes, 1947 in den Münchner Vorort Pullach. Dort lebten die ersten Geheimdienstmitarbeiter, von der US-Army total abgeschirmt, in idyllischer Ruhe und Abgeschiedenheit. Sogar einen Elefanten ließ der US-Kommandeur für gesellschaftliche Veranstaltungen herbringen.

Diese und andere spannenden, kuriosen und weitgehend unbekannten Anekdoten aus der Geschichte des Bundesnachrichtendienstes präsentierte BND-Chef-Historiker Dr. Bodo Hechelhammer am 13. Juni 2017 im Deutschen Spionagemuseum. Dabei zeichnete er die Entstehungsgeschichte des BND als amerikanische Organisation anhand ihrer Hauptquartiere nach und setzte sie in Beziehung zum jeweiligen politischen Kontext der Zeit. Der aktuelle Umzug nach Berlin, inklusive Wasserschaden und gestohlenen Bauplänen, markiert dabei den vorläufigen Endpunkt einer langen Reise.

Das Versteckspiel um den Bundesnachrichtendienst, wie ihn sein Gründer Reinhard Gehlen, die US-Army und die Bundesregierung lange Jahre betrieb, ist passé. Die Geschichte der deutschen Nachrichtendienste zu erzählen und einem breiten Publikum zu veranschaulichen, ist nicht nur ein Ziel des Deutschen Spionagemuseums. Die Dienste widmen sich selbst immer stärker diesen Themen als Teil einer von der Bundesregierung ausgerufenen Transparenzoffensive. Gerne mehr!

 

Die nächste Veranstaltung im Deutschen Spionagemuseum beschäftigt sich mit der Entwicklung von Überwachung und den sich daraus ergebenen Datenschutz-Problemen nach dem Anschlag auf dem Berliner Breitscheidplatz 2016.