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Deutsche Agentenkomödie „Kundschafter des Friedens“ ab 26. Januar im Kino

„Olsenbande trifft Ocean’s Eleven!“: So bringt Regisseur, Drehbuchautor und Produzent Robert Thalheim seinen ersten Spionagefilm „Kundschafter des Friedens“ auf den Punkt. Die deutsche Agentenkomödie kommt am 26. Januar 2017 in die Kinos und wartet mit einem hochkarätigen Schauspielerensemble auf, zu dem unter anderem Grimme-Preisträger Henry Hübchen und Schauspielurgestein Winfried Glatzeder gehören.

 

Wenn der BND mit der Stasi

Ausgerechnet der BND klopft an die Tür der einstigen DDR-Agentenlegende Jochen Falk (Henry Hübchen) und bittet ihn um Hilfe in einem besonderen Fall. Falk, ehemals ein sogenannter Kundschafter des Friedens, dessen Leben seit dem Mauerfall und dem abrupten Ende seiner Geheimdienstkarriere ziemlich trist geworden ist, nimmt den Fall an. Der ehemalige Auslandsagent wittert die Möglichkeit, eine offene Rechnung mit seinem einstigen Gegenspieler und BND-Agenten Frank Kern (Jürgen Prochnow) zu begleichen, der bei einer riskanten Schmuggelaktion in das Visier des russischen Geheimdienstes KGB geraten ist.

Natürlich will Ex-DDR-Spion Falk die Befreiungsmission nicht zusammen mit BND-„Jungpionieren“ antreten und trommelt ganz zum Missfallen seines Auftraggebers seine ehemaligen Kundschafterkollegen zusammen. Hierzu gehören der verschrobene Bastelexperte Jaecki (Michael Gwisdek), der stürmische Spezialist für Logistikfragen Locke (Thomas Thieme) und Romeo-Agent im Ruhestand Harry (Winfried Glatzeder), der auch schon bessere Zeiten erlebt hat. Der BND will das Ruder jedoch nicht gänzlich aus der Hand geben und stellt den vier doch sehr eigensinnigen Geheimdienstveteranen die attraktive Agentin Paula (Antje Traue) zur Seite. Bereits kurz nach Ihrer Ankunft im katschekistanischen Einsatzgebiet geht es hoch her und schnell droht die Mission zu scheitern. Doch dann besinnen sich die Senioragenten auf ihre ursprünglichen Fähigkeiten…
 

 

Was ist oder war eigentlich ein sogenannter Kundschafter des Friedens?

Die Bezeichnung „Kundschafter des Friedens“ war ein beschönigender sowie verharmlosender Terminus des DDR-Regimes für inoffizielle Mitarbeiter (IM) der Hauptabteilung VIII des Ministeriums für Staatssicherheit (MfS), die für Beobachtung und Ermittlung zuständig war. Bei den IM handelte es sich um vorrangig aus dem Dienstleistungssektor stammende Aufklärungsagenten, die ausländische Einrichtungen sowie Personen im In- und sowie Ausland ausspionierte. Im Jahre 1989 beschäftigte das MfS 189.000 IM, von denen 1.550 in der Bundesrepublik Deutschland agierten. Zwischen 1950 und 1989 waren insgesamt etwa 620.000 Personen als IM für das MfS tätig. Die Kundschafter des Friedens bildeten mitunter das effektivste und umfassendste Agentennetzwerk.

 
Quellen:
Das MfS-Lexikon: Begriffe, Personen und Strukturen der Staatssicherheit der DDR, Roger Engelmann u. a. (Hrsg.), Berlin 2016.

Angela Schmole: Hauptabteilung VIII. Beobachtung, Ermittlung, Durchsuchung, Festnahme (MfS-Handbuch). Hrsg. BStU. Berlin 2011. http://www.nbn-resolving.org/urn:nbn:de:0292-97839421300977