Geschichte und Operationen der CIA

Die Central Intelligence Agency (CIA) ist einer der bekanntesten Geheimdienste der Welt. Viele CIA-Operationen haben erhebliche Auswirkungen auf historische und politische Entwicklungen gehabt – sowohl im Kalten Krieg als auch in der Gegenwart. Dieser Artikel gibt einen Überblick über die Gründung, Entwicklung, Organisation und Aufgaben der CIA. Einen Schwerpunkt wird dabei die Arbeit der CIA in Berlin einnehmen.

Vom OSS zur CIA: Die Gründungsjahre

Die CIA entstand aus dem Office of Strategic Services (OSS), einem Geheimdienst, der 1942 bis 1945 während des Zweiten Weltkriegs bestand. Das OSS hatte die Aufgabe, Informationen über Kriegsgegner der USA zu sammeln und diese durch asymmetrische Kriegsführung, Desinformation und Sabotageaktionen zu schwächen.

Auf die Erfahrungen des Zweiten Weltkriegs und die wachsenden Spannungen mit der Sowjetunion im Kalten Krieg reagierte die USA 1947 mit einer umfassenden militärischen und geheimdienstlichen Neustrukturierung.

Mit dem am 8. September 1947 verabschiedeten National Security Act kam es zur Gründung der Central Intelligence Agency (CIA) als dauerhaftem Auslandsgeheimdienst. Zu den Hauptaufgaben gehört die Sammlung und Analyse von Geheimdienstinformationen im Ausland zur Unterstützung der nationalen Sicherheit der USA.

Logo der CIA

Die CIA im Kalten Krieg

Während des Kalten Kriegs spielte die CIA eine bedeutende Rolle in den globalen Auseinandersetzungen zwischen den Vereinigten Staaten und der Sowjetunion. Ihre Aktivitäten reichten von verdeckten Operationen in Kriegsgebieten bis hin zu geheimdienstlicher Überwachung im eigenen Land. Einige prägnante Beispiele: 

Einsatz in Kriegsgebieten: Beispiele Korea und Vietnam

Im Koreakrieg (1950-1953) war die CIA vor allem in der nachrichtendienstlichen Aufklärung und psychologischen Kriegsführung aktiv. Der Geheimdienst sammelte Informationen über nordkoreanische und chinesische Truppenbewegungen und führte verdeckte Operationen hinter den feindlichen Linien durch. Dazu gehörten Sabotageaktionen, Spionagenetze und der Versuch, antikommunistische Widerstandsgruppen in Nordkorea zu unterstützen – oft mit geringem Erfolg.

Neben klassischer Spionage betrieb die CIA im Vietnamkrieg (1955–1975) Programme zur Aufstandsbekämpfung wie das Phoenix-Programm. Dieses zielte darauf ab, Mitglieder und Unterstützer des Vietcong zu identifizieren, zu verhaften oder zu eliminieren. Die Methoden – darunter Folter und gezielte Tötungen – blieben höchst umstritten. Parallel koordinierte die CIA verdeckte Operationen in Laos und Kambodscha, wo sie paramilitärische Gruppen wie die Hmong unterstützte, um kommunistische Bewegungen einzudämmen.

Friedensdemo USA 1967

Friedensdemonstration in den USA 1967: Auslöser für die Operation CHAOS (Quelle: By S.Sgt. Albert R. Simpson. Department of Defense, Public domain)

Illegales Überwachungsprogramm: Operation CHAOS (1967–1974)

Im Zuge der Protestbewegungen gegen den Vietnamkrieg startete die CIA die Operation CHAOS. Dabei handelte es sich um ein geheimes Überwachungsprogramm, das eigentlich gegen ausländische Einflussnahme gerichtet war, sich aber zunehmend auf US-Bürger konzentrierte. Ziel war es, eine mögliche sowjetische oder chinesische Unterstützung der amerikanischen Friedensbewegung aufzudecken.

In der Praxis führte das Programm zur illegalen Sammlung von Informationen über Zehntausende Aktivisten, Journalisten und Organisationen. Nach Enthüllungen in den 1970er-Jahren wurde Operation CHAOS beendet und führte zu einer öffentlichen Debatte über die Grenzen nachrichtendienstlicher Befugnisse in den USA.

Kampf gegen den Kommunismus: Regime Change

Außerdem spielte die CIA eine zentrale Rolle bei der verdeckten Einflussnahme auf politische Entwicklungen im Ausland. Ziel war es, den weltweiten Einfluss der Sowjetunion einzudämmen und prowestliche Regierungen zu stärken. Beispiele für Staatsstreiche und Regierungswechsel unter CIA-Beteiligung:
Operation Ajax war ein verdeckter Militärputsch im Jahr 1953, der von CIA und MI6 inszeniert wurde, um den demokratisch gewählten iranischen Premierminister Mohammad Mossadegh zu stürzen. Die Hauptgründe waren die Angst vor kommunistischem Einfluss im Iran und der Wunsch, die Kontrolle über Irans Ölindustrie wiederzuerlangen.

In Guatemala hatte die CIA 1954 Anteil am Umsturz der gewählten Regierung Jacobo Árbenz’ wegen Landreformen und angeblicher kommunistischer Nähe. Aus dem gleichen Grund unterstützte die CIA 1973 in Chile die Opposition und das Militärs gegen Präsident Salvador Allende, was zur Machtübernahme Pinochets führte.

Paramilitärische und verdeckte Operationen

Auch paramilitärische Operationen der CIA im Kalten Krieg sollten der Eindämmung des Kommunismus und der Sicherung strategischer und wirtschaftlicher Interessen dienen. Falls die Operationen erfolgreich verliefen, führten sie dennoch meist nur kurzfristig zum Machterhalt pro-amerikanischer Regime. Langfristig jedoch kam es zur Destabilisierung und einem nachhaltigen Vertrauensverlust gegenüber den USA.

Militärputsch Chile 1973

Angriff auf den Präsidentenpalast während dem Putsch in Chile 1973 (Quelle: Biblioteca del Congreso Nacional, CC BY 3.0 CL, via Wikimedia Commons)

In Kuba scheiterte 1961 eine Invasion in der Schweinebucht zur Beseitigung Fidel Castros. Ab 1979 operierte die CIA in Afghanistan zur Unterstützung der Mudschaheddin, islamische Widerstandsgruppen, gegen die sowjetische Besatzung. Diese Operationen bildeten einen Grundlage für den späteren Aufstieg der Taliban.

CIA-Aktionen in Berlin als Hauptstadt der Spione

Berühmte Abhöraktion: Operation Gold

Eine der spektakulärsten Spionageaktionen in Deutschland führt die CIA in Zusammenarbeit mit dem britischen Auslandsgeheimdienst MI6 Mitte der 1950er-Jahre durch: Operation Gold. Ziel war es, eine zentrale sowjetische Kommunikationsleitung im Ostteil Berlins anzuzapfen. Auf diese Weise wollte man die Kommunikation des sowjetischen Militärs und von Diplomaten abhören.

Zu diesem Zweck entstand ein 450 Meter langer begehbarer Tunnel in sechs Meter Tiefe. Dieser führte die Geheimdienstler direkt bis an die Kabel – eine konstruktionstechnische Meisterleistung. Allerdings wurde die Operation bereits in der Planungsphase durch einen Doppelagenten des KGB verraten. Um diesen wichtigen Spion nicht zu gefährden, ließ die UdSSR es zu, dass Amerikaner und Briten den Tunnel elf Monate lang nutzen.

Insgesamt wurden eine halbe Million Gespräche auf 50.000 Bändern erfasst. Eine gewaltige Menge an Informationen, deren Wert bis heute umstritten ist. Es ist unklar, ob es der sowjetischen Administration tatsächlich wie von ihr behauptet gelang, alle wichtigen Informationen anderweitig zu kommunizieren, oder ob eine solche gewaltige Umleitung zu verdächtig gewesen wäre und daher nicht erfolgte.

Die UdSSR entdeckte schließlich den Tunnel “zufällig” aufgrund eines technischen Problems. Sie nutzte die Enttarnung propagandistisch, und die herbeigerufene Presse verurteilte die Aktion nach ihrer Enttarnung als Verstoß gegen internationales Recht. Es sollte nicht die letzte Berliner Aktion der CIA sein, die für Unmut sorgte.

Glienicker Brücke

Die Glienicker Brücke in Berlin wurde im Kalten Krieg zur Bridge of Spies (Quelle: Andreas H., Pixabay)

Austausch auf der Glienicker Brücke

Im Jahr 1962 schrieb ein CIA-Pilot in Berlin Spionagegeschichte. Zwei Jahre zuvor war Francis Gary Powers in dem speziell für die CIA entwickelten Spionageflugzeug U-2 während eines Aufklärungsfluges über der Sowjetunion abgeschossen worden.

Nachdem die US-Regierung zuerst öffentlich bestritt, dass es sich um einen Spionageflug gehandelt habe, musste sie nach der Präsentation des Piloten und des Wracks im sowjetischen Fernsehen die Spionagevorwürfe bestätigen.

Die Mauer störte HUMINT der CIA empfindlich

Der Mauerbau zementierte 1961 den Status Quo eines geteilten Berlins und beendete die akute Bedrohungslage einer Eskalation im Kalten Krieg. Die extrem bewachte Grenze erschwerte die Arbeit der CIA, welche maßgeblich auf dem Einsatz von HUMINT (Human Intelligence), also der Informationsgewinnung durch menschliche Quellen basiert.

In Berlin wurde ab den 1960er-Jahren SIGINT (Signals Intelligence = elektronische Fernmeldeaufklärung) deutlich wichtiger. Der dafür zuständige US-Geheimdienst National Security Agency (NSA) nutzte dafür zum Beispiel die berühmte Spionagestation auf dem Berliner Teufelsberg.

CIA und Berlin heute

Doch das Kapitel CIA und Berlin ist mitnichten beendet. Der Kalte Krieg ist vorbei und Berlin gilt immer noch als ein internationaler Hotspot für Spione. Der CIA-Chef für Deutschland koordiniert die Aktionen seiner Mitarbeiter von der US-Botschaft am Brandenburger Tor aus. Nach den Enthüllungen von Edward Snowden 2013 zeigte sich, dass CIA und NSA Mobilfunkgespräche im Berliner Regierungsviertel abgehört haben. Prominentestes Zielobjekt: Das Handy von Bundeskanzlerin Merkel.

Die Affäre sorgte für reichlich diplomatischen Zwist. 2014 kam es zur Aufdeckung weiterer mutmaßlicher Spionageaktionen der USA beim Bundesnachrichtendienst (BND) und im Verteidigungsministerium. In der Folge wurde der damalige CIA-Leiter seitens der Bundesregierung aufgefordert, das Land verlassen – ein politischer Affront, denn eine solche Maßnahme wird normalerweise nicht für Staaten angewandt, zu denen freundschaftliche diplomatische Kontakte bestehen

CIA-Hauptquartier

CIA-Zentrale in Langley, Virginia (Quelle: Carol M. Highsmith, Public Domain)

Angeblich boten die USA im Anschluss an diese unangenehme Episode ein besonderes Spionageabkommen an, welches die Behörden aber mit Hinweis auf die deutschen Datenschutzgesetze ablehnten. Dieses Angebot wurde jedoch nie offiziell bestätigt.

Für die Filmindustrie scheinen solche Entwicklungen genug Potenzial zu bieten, um den Spionagestandort Berlin und die dortige CIA in der aktuellen Serie „Berlin Station“ zu beleuchten. Real und fiktional – die CIA-Berlin-Connection wird auch in Zukunft noch regelmäßig Spionagegeschichten liefern.

CIA nach dem Kalten Krieg

Nach den Terroranschlägen vom 11. September 2001 verschob sich der Schwerpunkt der CIA von klassischen Spionageaufgaben hin zu einer ganzheitlichen Sicherheitsstrategie. Globale Terrorismusbekämpfung wurde zur zentralen Mission: verstärkte HUMINT- und SIGINT-Aktivitäten, intensiveres netzwerkanalytisches Vorgehen, Drohnen- und spezialisierte Operationen zur Unterbrechung terroristischer Infrastrukturen sowie stärkere internationale Kooperationen mit Partnerdiensten.

Gleichzeitig wuchs im digitalen Zeitalter die Bedeutung der Cyberabwehr und -aufklärung, also der Schutz kritischer Infrastrukturen, die Aufklärung grenzüberschreitender IT-Verbrechen, die Verfolgung krimineller Netzwerke im Netz und die Zusammenarbeit mit privaten Akteuren sowie anderen Behörden. Ressourcen flossen in Cybersicherheit, zukunftsorientierte Technologien und spezialisierte Abteilungen, um Cyberbedrohungen parallel zur Terrorismusbekämpfung zu adressieren. Insgesamt entwickelte sich die CIA zu einer ganzheitlichen Sicherheitsbehörde, deren Fokus Terrorismusbekämpfung und Cyberkriminalität gleichrangig behandelt.

Sowohl die CIA als auch die NSA sind Auslandsgeheimdienste der USA. Der Unterschied besteht in der Art und Weise, wie sie Informationen beschaffen: Die CIA sammelt Informationen vor allem mit menschlichen Agenten und Quellen, sein Schwerpunkt liegt also im Bereich HUMINT (Human Intelligence). Die NSA setzt bei der Informationsbeschaffung vor allem auf Technik, insbesondere das Abfangen, Entschlüsseln und Auswerten von elektronischer und digitaler Kommunikation.

Das MfS agierte als Geheimdienst und Geheimpolizei. Als Repressionsapparat überwachte sie auch die Bürger, um die SED-Regierung vor vermeintlichen Bedrohungen von innen und außen zu schützen. Dazu gehörte aus Sicht der DDR-Regierung jegliche Opposition und öffentliche Kritik.

Für eine offizielle Anstellung bei der CIA muss man die Staatsbürgerschaft der CIA besitzen und mindestens 18 Jahre alt sein. Der Einstellungstest umfasst unter anderem eine Hintergrundüberprüfung, eine Lügendetektortest sowie eine körperliche und psychologische Untersuchung. Je nach persönlicher Eignung wird erfolgreichen Aspiranten in einem mehrstufigen Verfahren eine individuell passende Stelle zugewiesen.