Neben klassischer Spionage gehören auch Spezialaufgaben wie Sabotage zum Aufgabengebiet von Geheimdiensten. Dafür kommen gut ausgebildete Eliteeinheiten wie die Speznas der GRU zum Einsatz. Um rasch und unbemerkt unter Wasser zu agieren und küstennahe Operationsgebiete zu erreichen, nutzten diese im Kalten Krieg den Tauchscooter Proton in Kombination mit dem Atemgerät IDA-71.
Die GRU-Speznas sind hochspezialisierte Eliteeinheiten des sowjetischen und jetzt russischen Militärnachrichtendienstes GRU. Zu ihren Aufgaben gehören Operationen hinter feindlichen Linien, Spionage, Sabotage und die Eliminierung strategischer Ziele. Der Name ist die Abkürzung für „wojska spezialnowo nasnatschenija“ und bedeutet „Truppen für besondere Zwecke“.

Obwohl seit den 1950er-Jahren aktiv, war über die Einheit bis in die 1980er-Jahre kaum etwas bekannt. Erst durch den in den Westen übergelaufenen GRU-Offizier Wladimir Resun kamen mehr Informationen ans Licht. Zu den zahlreichen Operationen der GRU-Speznas gehören unter anderem die Mitwirkung an der Niederschlagung des Prager Frühlings als auch Einsätze im sowjetischen Afghanistankrieg.
Der im Deutschen Spionagemuseum ausgestellte Proton (протон) war ein sowjetischer Tauchscooter der zweiten Generation für einen einzelnen Taucher. In der internationalen Fachwelt wird ein solches Gerät als DPV (diver propulsion vehicle, dt. Taucher-Antriebsfahrzeug) bezeichnet. Der Proton wurde erstmals Mitte der 1970er-Jahre getestet und war in den 1980er-Jahren das Standardfahrzeug der Speznas-Einheiten. Er war als Weiterentwicklung des Vorgängermodells Proteus aus den 1960er-Jahren konzipiert. Ein dem Proton sehr ähnlicher, ab 1970 gebauter Tauchscooter war der Protei-5.
Eine wesentliche Verbesserung gegenüber Vorgängermodellen bestand darin, dass der Scooter an der Wasseroberfläche so gesteuert werden konnte, dass sich nur der Kopf des Tauchers über Wasser befand. Dazu drückte der Taucher mit dem linken Bein den Propeller in die untere Position. Dadurch verlagerte sich der Auftriebsmittelpunkt, und der Kopf des Tauchers hob sich. Während der Fahrt wurde der Taucher durch feste Schulterstützen und einen verstellbaren Sitz fixiert. Eine zusätzliche Befestigung mit einem Gurt war nicht erforderlich.

Die Höchstgeschwindigkeit des batteriebetriebenen Tauchscooters betrug 3,5 Knoten (etwa 6,5 km/h) bei einer Reichweite von etwa 24 km. Oft wurde der Proton in einem U-Boot zur Nähe des Operationsgebiets transportiert und durch das Torpedorohr hinausgestoßen. Auch der Taucher verließ das U-Boot durch das Torpedorohr. Einige NATO-Spezialeinheiten verzichten aus Sicherheitsgründen auf den Ausstieg durch Torpedorohre, sowjetische Taucher hingegen praktizierten dies routinemäßig, da russische U-Boote über keine andere Möglichkeit zum Unterwasserausstieg verfügten.
Das sowjetische Atemgerät IDA7-71 gehörte lange Zeit zur Standard-Ausrüstung der Speznas-Einheiten. Der Name IDA bezieht sich auf die Funktionsbezeichnung des Geräts: izoliruyushchiy dykhatel’nyy apparat, dt. isolierendes Atemschutzgerät. Die Zahl 71 bezieht sich vermutlich auf das Entwicklungsjahr.
Der große taktische Vorteil des IDA7-71 liegt darin, dass es sich um ein geschlossenes Kreislauftauchgerät, einen sogenannten Rebreather handelt. Statt die ausgeatmete Luft wie bei üblichen Tauchgeräten ins Wasser abzulassen, wird sie gereinigt, mit Sauerstoff angereichert und wieder eingeatmet. Das hat zwei Vorteile: Der Taucher bewegt sich, ohne dabei verräterische Blasen abzugeben, und da nur der verbrauchte Sauerstoff ersetzt wird, reicht eine kleine Gasmenge für längere Tauchzeiten aus.
Im Sauerstoffbetrieb sind etwa 3,5 bis 4 Stunden Tauchzeit möglich. Das IDA7-71 wird dabei als Rucksack getragen und besteht aus gepresstem Aluminium. Es verfügt über eine Sauerstoffflasche, Atemkalk-Behälter zur Reinigung der verbreiteten Luft sowie ein Sonderfach für Technik zur Unterwasserkommunikation.