Familienschicksale
Spione führen ein Doppelleben. Ihre Kinder auch, doch ohne es zu wissen. Sie wachsen in Familien auf, in denen geschwiegen, getäuscht und verdrängt wird. Nach außen ist alles normal: Schule, Ferien, Abendbrot. Doch hinter der Fassade arbeiten die Eltern für einen Geheimdienst, im Kalten Krieg, zwischen Ost und West, zwischen Ideologie, Verrat und persönlicher Überzeugung.
Jetzt erzählt die neue zweiteilige TV-Dokumentation »Agentenkinder« (3SAT/ZDF) vom Kalten Krieg als Familiengeschichte. Im Mittelpunkt stehen nicht die Agenten selbst, sondern ihre Kinder. Was macht es mit einem Menschen, wenn der eigene Vater oder die eigene Mutter plötzlich als Spion enttarnt wird? Wenn aus den Eltern Verräter, Helden oder Staatsfeinde werden? Und wenn die politische Entscheidung der Erwachsenen am Ende ein ganzes Familienleben zerstört?
In zwei Filmen werden sechs Menschen portraitiert, deren Leben durch die Spionage ihrer Eltern geprägt wurde. Ihre Geschichten führen mitten hinein in die deutsch-deutsche Geheimdienstwelt, aber sie erzählen vor allem von Loyalität und Enttäuschung, von Schweigen, Schuld und der lebenslangen Suche nach Antworten.
Für unsere Veranstaltung konnten wir mehrere Kinder bekannter Agenten aus Ost und West gewinnen – darunter die Kinder des Kanzlerspions Günter Guillaume, des in den Westen übergelaufenen Stasi-Offiziers Werner Stiller und des ehemaligen Verfassungsschützers Hansjoachim Tiedge, der in die DDR überlief.
TEILNEHMER
Rainer Brauns Agentenkind-Ost
Pierre Boom Agentenkind-West
Martina Tiedge Agentenkind-West
Nina Rothermundt Regie
MODERATION
Prof. Dr. Helmut Müller-Enbergs Politologe