Enigma

Ein Name, viele Rätsel

Enigma des Deutschen SpionagemuseumHört und liest man von Chiffriermaschinen, die während des Zweiten Weltkrieges genutzt wurden, fällt immer das Stichwort „Enigma“. Entgegen mancher Annahme heißt der aus dem Griechischen stammende Begriff übersetzt nicht „Geheimnis“, sondern „Rätsel“. Und dass unter diesen Namen eine ganze Reihe von Geräten fällt, geht ebenso häufig unter.

Die Geschichte der Enigma-Familie beginnt mit der Enigma A, die 1923 vom deutschen Ingenieur Arthur Scherbius der Öffentlichkeit vorgestellt wird. Zu ihrer großen Berühmtheit gelangte diese Rotor-Rhiffriermaschine vor allem aber durch die von den Nationalsozialisten verwendeten Enigma-Varianten. So verwendete die Marine in ihren U-Booten eine „M4“ genannte Version, der militärische Geheimdienst ein Gerät mit der Bezeichnung „G“.

Zwei Enigmas des meist genutzten Modells – der Enigma I – können als Originale im Deutschen Spionagemuseum in allen Details bestaunt werden. Das vollständig erhaltene Modell ist etwa 12 Kilogramm schwer und war beim deutschen Heer im Einsatz. Darauf verweist die Beschriftung der Walzen, die mit den Zahlen 1-26 versehen sind. Die neben dieser Enigma I liegende, einzelne Walze gehört zu einer Enigma-Maschine der Marine – sie trägt statt Zahlen die Buchstaben A-Z.

Bei der zweiten Enigma I im Deutschen Spionagemuseum handelt es sich um einen Bodenfund. Bei Kriegsende wurde viele dieser streng geheimen Maschinen vergraben oder in Gewässern versenkt. Dieses Modell kam 2012 bei Bauarbeiten in Streganz südöstlich von Berlin zum Vorschein. Es muss etwa 60 Jahre in der Erde gelegen haben. Alle Einzelteile wie die Rotoren und selbst die Steckkabel sind noch vorhanden.

Im Deckel der Koffer der Enigma-Maschinen befanden sich Hinweise für täglichen Gebrauch. Sie enthielten keine geheimen Informationen über den Code der Nazi-Chiffriermaschine, sondern sollten vor allem die Funktionsfähigkeit des Gerätes sichern. Das hieß für den einfachen Soldaten vor allem eins: Putzen! Regelmäßige Reinigung sollte die Kontakte in Ordnung halten und Übertragungsfehler vermeiden.

Übertragungsfehler waren indes nicht der Grund, weshalb die Enigma entschlüsselt wurde. Dies gelang vor allem einigen genialen Mathematikern, die andere technische Fehler aber auch Fehler bei der Bedienung ausnutzten. Marian Rejewski und Alan Turing sind die bekanntesten Namen. Viele weitere Experten halfen jedoch, den Code zu knacken. Lesen Sie die Geschichte der Entschlüsselung in unserem Blog.