Spionage-Jubiläum: Die Agentenbrücke

Brücken gelten in der Architektur gemeinhin als verbindendes Element. Als Kalter Krieg und Mauer jedoch die Stadt Berlin teilten, waren Brücken zwischen Ost und West besonders neuralgische Punkte. Eine erlangte weltweite Berühmtheit: die Glienicker Brücke zwischen Berlin-Wannsee und Potsdam.

Vor genau 55 Jahren, am 10.2.1962, begann die Geschichte der Glienicker Brücke als „Agentenbrücke“ zwischen Ost und West. Damals von der Weltöffentlichkeit abgeschirmt, wurden der in den USA verhaftete sowjetische Atom-Spion Rudolf Iwanowitsch Abel gegen den in der Sowjetunion abgeschossenen US-Spionagepiloten Garry Francis Powers ausgetauscht. Nur rund ein halbes Jahr nach dem Bau der Berliner Mauer hatten sich die beiden Supermächte nach Monaten streng geheimer Verhandlungen auf einen Austausch in der geteilten Stadt einigen können. 2015 setzte US-Star-Regisseur Steven Spielberg diesen Ereignissen in seinem Hollywood-Blockbuster „Bridge of Spies“ ein Denkmal. Doch die Geschichte der Brücke endete keineswegs 1962.

Was am 10.2.1962 noch im Geheimen ablief, wurde in den 1980er Jahren zum Medienspektakel. 1985 und 1986 kam es zu zwei weiteren Austausch-Operation auf der Glienicker Brücke, diesmal begleitet von internationalem Medienrummel und TV-Kameras. Verhaftete Agenten, freigekaufte Häftlinge und Dissidenten – alle überquerten auf der Glienicker Brücke die Sektorengrenze zwischen Ost und West. Neben Berliner Mauer und Checkpoint Charlie ist die Glienicker Brücke damit ein Symbol für den Kalten Krieg im geteilten Berlin. Im Deutschen Spionagemuseum kann der Besucher dieses spannende Kapitel der Spionagegeschichte mit einer interaktiven Berlin-Karte, originalem Bild- und Videomaterial sowie Interviews mit Historikern und Zeitzeugen nacherleben.

 

Foto: David Stanley (CC BY 2.0)