Rückblick: Die Geschichte eines Hackers – Analoge Erleuchtung im Knast

Wie wird man eigentlich Hacker? Und was passiert dann? Am 17. Mai 2018 ließen sich zahlreiche interessierte Besucher im Deutschen Spionagemuseum darüber eine sehr persönliche Geschichte erzählen. Adrian Janotta, Ex-Hacker und heute Sicherheitsberater, lieferte spannende Einblicke in sein Leben und seine Arbeit.

Adrian Janottas Interesse an Computern bildete sich früh heraus. Dank eines Onkels bei IBM saß er bereits mit neun Jahren vor einem IBM 8001. Die Karriere zum Hacker war nicht gradlinig, aber von Erfolg gekrönt – zumindest kurzfristig. Das erlernte Wissen über IT-Sicherheit setze er zu kriminellen Zwecken ein und ging dafür, mit Ende 20, ins Gefängnis.

Nach mehreren Jahren wurde er entlassen und bemühte sich um einen Job. Bei vielen Unternehmen stand er, dank des Eintrags im polizeilichen Führungszeugnis, vor verschlossenen Türen. Stattdessen machte sich Janotta mit großem Erfolg selbstständig – und heute zählen Großkonzerne zu seinen Kunden. Nicht zuletzt, weil er, wie er selbst betont, unabhängig sei. Das meint er vor allem politisch.
Die großen Sicherheitskonzern wie Kaspersky, sie stehen immer wieder im Verdacht, mit den jeweiligen Regierungen des eigenen Landes zusammen zu arbeiten. Genau das war nie sein Ziel. Deswegen setzt er sein profundes Wissen auch nicht für Geheimdienste ein. Und weil sie zu schlecht Zahlen, wie er mit einem Augenzwinkern berichtet.
Bei einem solchem Thema wundert es nicht, dass der Vortrag häufig durch Publikumsfragen unterbrochen wird. Wie kann ich mich schützen? Welche Vorgehensweisen sind sicher? Janotta soll helfen, das scheint seine Mission an diesem Abend. Geduldig geht er auf noch so technische Details ein, vermittelt aber gleichzeitig die weniger technischen Ansätze von Sicherheit:
„Schalte deine Birne ein!“, so drückt er es flapsig aus. Das beste AntiViren-System sei der eigene Kopf und das eigene Risikobewusstsein. Den Computer solle man nicht als Freund betrachten, sondern als Fremden – und dann gut überlegen, welche Daten man ihm anvertraut.
Privat nutzt Janotta für kritische Anrufe ein altes Nokia Handy und verzichtet auf Online-Banking.